Für eine kleine Heldin Spendenaktion

Für eine kleine Heldin Spendenaktion

-Für eine kleine Heldin Spendenaktion-
Ihr Lieben,
heute wird es sehr persönlich hier auf dem Blog. Anja von Emmapünktchen hat Anfang des Monats 2 Dateien, „Superhase“ und „Batcat“, entworfen, die es bei ihr als Plott- und Applikationsdatei zu kaufen gibt. Der Erlös dieser Verkäufe geht an kleine Heldinnen und Helden, denen es nicht gut geht und die schwere Schicksale erleiden mussten. Als ihr Stammteam möchten wir sie darin unterstützen, indem einige ihre Designbeispiele versteigern und den Erlös ebenfalls spenden werden. Das Set, das ihr hier also sehr, wird ab dem 30. Juni versteigert. Genauere Infos lasse ich euch gerne noch zukommen.

Ich möchte euch ein bisschen daran teilhaben lassen, warum mir das Thema so nahe geht. Unabhängig von meinem Beruf der Hebamme, in dem ich einige Frühchen erlebt und begleitet habe, kam ich auch persönlich schon relativ früh damit in Berührung: einer meiner Brüder kam 5 Wochen zu früh zur Welt. Mit 6 Jahren wurde bei ihm ein schwerer Herzfehler festgestellt, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte – wäre nicht ein Wunder passiert. Dieser Herzfehler wurde zwar von ärztlicher Seite nicht mit seiner Frühgeburtlichkeit in Kontext gesetzt, aber es gibt heutzutage immer mehr Studien zu der Thematik von Spätfolgen, die Frühchen erleiden.
Zurück zu meinem Bruder: Es war nicht nur ein Wunder, dass der Herzfehler gerade noch rechtzeitig erkannt wurde, sondern auch die Tatsache, dass sich um den Komplettverschluss seiner Hauptschlagader herum kleine Gefäße entwickelt haben, die wenigstens ein bisschen Blut in den Körper gegeben haben, war von Seiten der Ärzte nicht zu erklären. Ein weiteres Wunder für uns als Familie ist, dass er keinerlei Langzeitfolgen zu tragen hat – er ist gesund, kann jeden Sport machen, den er möchte und hat überhaupt keine Einschränkungen. Wenn man ihn heute erlebt, ist diese schwere Erkrankung gar nicht mit ihm in den Zusammenhang zu bringen. Wir sind so dankbar, dass wir ihn haben dürfen und er uns weiter geschenkt wurde!

In meinem Beruf der Hebamme habe ich viel erlebt. Freude und Trauer, Leben und Tod hängt sehr eng miteinander zusammen. Es ist für mich ein absolutes Vorrecht, wenn Paare, die ich begleitet habe, sich mir gegenüber geöffnet und damit zugelassen haben, dass ich als außenstehende Person Anteil an ihrem Schicksal, an ihrer Geburt nehmen durfte.
Und genau da musste ich mich finden, entscheiden, wie viel ich zulassen durfte, wie viel mir gut tut und wo ich eventuell Abstand nehmen muss. Es gab kaum einen Dienst, nach dem ich nicht mit einem lieben Menschen telefoniert habe, um es zu verarbeiten und hinter mir lassen zu können.
Die schwierigsten Momente für mich als Hebamme waren nicht die Tatsache, Paare während der Geburt ihres verstorbenen Kindes zu begleiten, sondern, wenn ich mehrere Familien im selben Dienst betreut habe. Ich kann mich an eine Schicht erinnern, in der ich parallel die Geburten eines verstorbenen und eines lebendigen Kindes begleiten durfte. Sich da einzugestehen, mit der trauernden Familie zu weinen, um nur Augenblicke später die andere Frau zu motivieren, ihr Kind zu gebären und anschließend sich mit ihnen zu freuen … da bin ich ganz ehrlich, das hat mich schier zerrissen.
Was mir so ungemein geholfen hat, war, dass ich erkennen durfte, dass es nicht an mir liegt. Ich bin nicht Herr über Leben und Tod, ich habe es nicht in der Hand. Ja, ich darf Familien auf ihren individuellen Wegen und Schicksalen begleiten und ihnen zur Seite stehen, aber letztendlich entscheide ich nicht, wie es ausgeht. Und das hat mir Vertrauen geschenkt, dass ich in jede Situation, zu jedem Paar in den Kreißsaal gehen und ihnen Mut machen konnte und die Hoffnung hatte, dass alles gut werden würde. Ohne diesen Glauben und diese Hoffnung wäre dieser Beruf für mich nicht machbar gewesen.

Leider habe ich es immer wieder erlebt, dass es nicht gut ausging. Entweder hat ein Kleines den Kampf ums Überleben nicht gewonnen oder hat deutliche Folgen tragen müssen. Trotz unserer mordernen Medizin ist es uns – und ich sage trotz allem: Gott sei Dank – nicht möglich, dieselbe Versorgung außerhalb der Gebärmutter zu ermöglichen, wenn eine Schwangerschaft früher als gedacht zu Ende ging.
Genauso kann ich mich aber auch an kleine Superhelden erinnern, die so sehr um ihr Leben gekämpft haben, dass sie es wider aller Erwartung geschafft haben und leben können.

Für eine kleine Heldin Spendenaktion: Mit diesem liebevoll genähten Set möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass einerseits betroffenen Familien durch die Spende geholfen wird, aber auch, dass der Familie, die es ersteigert, ins Gedächtnis gerufen wird, dass sie ein kleines Wunder haben, das leben darf.

Ich wünsche mir so sehr, dass mehr Freude und Dankbarkeit darüber empfunden wird, dass kleine Superhelden leben dürfen und es ihnen gut geht!

Damit verabschiede ich mich heute, nicht mit Traurigkeit, sondern mit Freude über unsere kleinen Wunder.
Herzlichst,

SchnittmusterSonnenkinder von Fromhearttoneedle, Applikation: Superhase von Emmapünktchen
Material: die Stoffe für eine kleine Heldin Spendenaktion habe ich aus meinem Stoffvorrat genommen

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